Gewissen und Gemeinschaft

„Allein gestellt sind wir nichts – in der Gemeinschaft jedoch ist jeder alles.“

Gemeinschaftsgebunden sind wir bereits durch die Geburt. Wir kommen aus der Gemeinschaft der Familie und fühlen uns durch die Nation unser Leben lang der Gemeinschaft – der Volksgemeinschaft – verbunden. Dieses Verbundenheitsgefühl wird umso stärker sein wenn die Nation nur ein Volk umschließt, denn die Gebundenheit zur eigenen Art ist stärker als die zur Nation – sie ist naturgesetzlich.

Dieses Bewusstsein der naturgesetzlichen Gebundenheit trägt ein jeder in sich. Es findet seinen Ausdruck in dem, was wir als „Gewissen“ bezeichnen und spielt eine tragende Rolle. Das Gewissen sagt uns, dass wir Glied einer Gemeinschaft sind. Strebt der Einzelne nun Ziele an, die ihn selbst gegenüber der Gemeinschaft bevorzugen – und zwar auf Kosten anderer Glieder der Gemeinschaft – so vergeht er sich auf unnatürliche Weise an seinem Gewissen.

Besonders die Reize des Materiellen und des Konsums sind geeignet, dieses Gewissen und benebeln und zu vergiften. Wenn das Materielle – das Streben nach Geld und persönlichen Vorteilen – das Gewissen und somit den Sinn für die Gemeinschaft betäubt, ist der Mensch in seinem Handeln nicht mehr frei. Er wird zum Knecht des Materiellen, lässt sich fehlleiten und verliert die natürliche, innere Bindung zum sinnstiftenden Gemeinschaftsgefühl. Es entwickelt sich eine Geisteshaltung, die die Gemeinschaft mehr zerstört, als dass sie ihr nutzen könnte – der Egoismus.

Die vergangene Epoche predigte den Egoismus als Triebfeder vernünftigen Handelns und widerstrebte damit der inneren Verbundenheit der Volksgenossen untereinander. Man kann den Geist nur pflegen durch feinfühliges Horchen auf die Stimme des Gewissens. Die Familie und das Volk können nur so als elementare Gemeinschaftsformen zu ihrer alten Bedeutung und Stärke zurückfinden. Nur derart Verbundenes kann nach außen wehrhaft sein.

Diese unermessliche Bedeutung der Kraft eines reinen Gewissens, also eines unbescholtenen Handelns gegenüber der Gemeinschaft – in welcher Form sie auch auftreten möge – lässt das Verständnis für den kompromisslosen Widerstand gegen mutwillige Zerstörer des sinnstiftenden Gemeinschaftsgefühls entstehen. Zeigt ein Volksgenosse durch sein Handeln, dass er kein Gewissen hat, ihm demzufolge das Wohl der Volksgemeinschaft gleichgültig ist, so ist seine Handlungsweise gegen die innere Bindung und die Schaffenskraft seines Volkes gerichtet. Er verwirkt damit das Recht, Schutz durch die Gemeinschaft einzufordern.