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Weiter so?

Das Saarland hat gewählt. Dem Ergebnis kann man einiges Positive abgewinnen: Der Höhenflug der SPD unter Martin Schulz scheint beendet zu sein, die Linke verliert mehr als 3 Prozent, die Grünen fliegen aus dem Landtag und die Piraten schrumpfen sich zur Splitterpartei.

Bevor nun die Sektkorken knallen sei gesagt: Damit liegen sie aber immer noch gut 200 Stimmen vor der NPD, die trotz ihres überregional bekannten Spitzenkandidaten Peter Richter sich weiter im Abwind befindet. Sicher haben eine jahrzehntelang andauernde „schlechte Presse“, die in der Zeit des zweiten Verbotsverfahrens ihren Höhepunkt fand, eine Rolle gespielt. Fakt ist aber auch, dass die Masse der Wähler einen Politik-Wechsel nicht wünscht. Ein Donald Trump hätte hierzulande keine Chance, ein „Dexit“ in Anlehnung an den britischen Brexit ist zurzeit undenkbar. 

Die Menschen scheuen das Risiko, bleiben lieber beim Bekannten, so unzulänglich es auch ist. Erinnerungen an die Endzeit der DDR drängen sich auf: Den zauselbärtigen Bürgerrechtlern au Kirche und Kunst trauten viele noch weniger zu als den führenden SED-Funktionären.

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Wie lange wollen wir noch warten?

In den Mittagsstunden des 9. Oktober 1989 schrieb eine Leipziger Studentin in ihr Tagebuch:

Ich habe einfach keine Ruhe, zu Hause zu bleiben. Mein Gewissen kämpft gegen meine Angst und treibt mich hinaus, komme, was da wolle. Nein, ich muss! Ich muss das zeigen, gerade jetzt! Ich muss auf die Straße!

Am Abend kam es zu den bis dahin stärksten Protesten in der Stadt.Über 70.000 Leipziger fassten ebenso wie die junge Studentin den Mut und leiteten das Ende der faulenden Demokratischen Republik ein, trotz eines massiven Polizeiaufgebotes, trotz drohender blutiger Auseinandersetzungen.

Über zwei Jahrzehnte sind seit dem vergangen. Veränderungen hat es gegeben, doch sind es nicht die, die sich Tausende so erhofft hatten. Jetzt kann jeder in den Westen reisen, aber hier bleiben kann kaum einer, der sich eine Zukunft aufbauen will, weil es keine Arbeit gibt. Jetzt sind die Regale in den Supermärkten voll und Ihr könnt kaufen, was Ihr wollt, aber wolltet Ihr nicht eigentlich mehr?

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Das Vermächtnis deines Lebens?

Nun liege ich hier und spüre, wie das Leben langsam meinen greisen Körper verlässt. Alt und schwach bin ich geworden und friste in Einsamkeit der Anonymität eines überfüllten Altenheimes der Stadt die letzten mir noch verbleibenden Momente. Meine müden Augen fixieren einen Punkt an der weißen Decke, meine Gedanken jedoch schweifen ab von der Starrheit meines Blickes.

Erinnerungen kommen und gehen und viele Jahre rasen innerlich einfach an mir vorüber, ohne dass sie mir Augenblicke der Bedeutsamkeit aufzeigen. Ist das mein Leben gewesen, mein Dasein? Ich blicke zurück und suche tief in mir nach der Sinnhaftigkeit meines Wirkens, jedoch finde ich nur Leere. Leere, die sich mir erst jetzt kurz vor meinen Ableben zu erkennen gibt. Ich war gewiss kein Kind von Traurigkeit und habe immer gedacht, mein Leben zu leben nach dem Verständnis, welches sich mir überall offenbarte. Die vielen Partys und die vielen Frauen, ach wie glücklich schien ich doch damals zu sein.

Die Jahre flogen nur so dahin und ich hatte immer meinen Spaß! Deutlich höre ich noch die Stimme meiner Mutter, die mich fragte, ob ich nicht mal langsam an die Gründung einer Familie denken möchte.

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Sie halten Dich nur auf!

Die Tage, in denen Europa und Deutschland droht seinem eigenen Untergang entgegenzugehen, scheinen längst da zu sein. Die Uhr zeigt 5 vor 12 an und während diese Zeilen geschrieben werden, befinden sich – wie jeden Tag – junge Menschen auf den Straßen ihrer Stadt und nehmen an dem wilden Toben um die Volksseelen da draußen teil. Es ist unübersehbar, dass wir alle in einem Land geboren wurden, indem der Universalbetrug, die Lüge und der Verrat an der Tagesordnung stehen. Wer hier nicht betrügt, wird betrogen. Jemanden hinters Licht zu führen gehört hierzulande mittlerweile schon zum guten Ton. Die Zeichen stehen auf Sturm und es kann keinen Zweifel mehr daran geben, dass wir uns in einer Zeit von Umwälzungen befinden. Wie diese aussehen, werden wir noch erfahren. Um jedoch diese Wende oder Umwälzung im Sinne der europäischen Völker und der Freiheit vonstattengehen zulassen, bedarf es dem absoluten Zusammenhalt aller Freunde der Freiheit.

Doch wer sich umschaut in den Reihen derer, die vorgeben Gleiche zu sein und sich dabei nicht selten selbst als die vorherrschenden Widerständler gegen den Zeitgeist hervorheben, der wird schnell enttäuscht und muss sich fragen, wer Freund und wer Feind ist. In einer Zeit, in der die Methodenanzahl der DDR-Überwachung kleine Peanuts dagegen sind, werden manchmal geglaubte Freunde zu Feinden. Ganz einfach so Übernacht wird jemand, den wir immer für einen Freund gehalten haben augenscheinlich zu einem willfährigen Idioten eines Systems, das er vorgegeben hat selbst sein ganzes Leben bekämpft zu haben. Wir fragen uns dann, warum nur Du? Warum bist Du einer von denen? Und warum konnte ich es nicht ahnen?

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Noch ist es nicht zu spät!

“Du sollst sagen, was du denkst.“ wird dir immer gesagt. Dass du aber nur das sagen sollst, was du sagen darfst, wird dir vielleicht langsam bewusst. In einer Gemeinschaft, zum Beispiel dein Klassenverband oder die Schule, ist es nicht immer richtig, das zu sagen, was du denkst. Aber warum?

Du musst dich unterordnen, dem vermeintlich Stärkeren, denn das Sagen haben die Lehrer. Was aber, wenn die Lehrer im Unrecht sind? Egal, bevor du Ärger bekommst und bis zum Abschluss als Aufständiger abgestempelt wirst, bist du lieber still. Schließlich gab es letzten Monat ein Klassenlehrertadel, weil Robert den Lehrern ständig widersprach und ins Wort fiel.

„Das gefällt mir gar nicht!“, denkst du dir. Schauen wir uns in deinem Freundeskreis um, fällt uns auf, dass nur der integriert wird, der sich den Regeln angemessen verhält. Werte wie Wahrheit, Ehrlichkeit und Vertrauen sind beständig, andere variieren. Allerdings hat sich in der letzten Zeit das Gruppenklima geändert. Manche verhalten sich merkwürdig. Du bemerkst später, dass einer deiner besten Freunde mit der Droge Crystal Meth hantiert. Du blendest es aus. Es interessiert dich nicht. Er ist schließlich einer deiner besten Freunde und du möchtest keinen Streit.

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