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NBK: Eine Kritik über das Kita-Konzept – Pro und Kontra

Im folgendem sehen wir die Ausführungen unseres NBK Mitarbeiters für Sozialwissenschaften, der sich kritisch mit dem Thema „Kindertagesstätten“ auseinandersetzt. Interessant ist, daß unser Student der Sozialwissenschaften sich dabei sowohl mit dem Für wie auch mit dem Wider auseinandersetzt. Ein Problem, welches wir im heutigen gesellschaftlichen Leben haben, ist die ständige Verabsolutung, die Darstellung vom Extremen. Anstatt sich nüchtern mit den Problemen der heutigen Zeit auseinander zu setzen, verallgemeinen und relativieren die Menschen die Verhältnisse der Gegenwart. Jedoch um zukunftsorientiert zu sein, bedarf es immer einer sachlichen Betrachtungsweise auf die Dinge, die uns umgeben. Unser Mitarbeiter für Sozialwissenschaften hat sich hierbei versucht und eigene Erfahrungen mit eingebracht, die er in seinem Studium in Sachen Kindererziehung machen durfte.

 Pierre Dornbrach

JN Bundesschulungsleiter

 Das Konzept Kita – eine Kritik

Liest man eine durchschnittliche Kitakritik, dann wird meist nicht die Kindertagesstätte (folgend nur noch „Kita“ genannt) also solche hinterfragt, sondern es werden viel mehr eventuelle Missstände in den Einrichtungen angeprangert. Dabei wird kritisch auf den Betreuungsschlüssel (Verhältnis von Erzieher pro Kind) oder auf die Ernährung geschaut. Meist wird zusätzlich noch eine Geschlechtergleichberechtigung gefordert, doch dazu später mehr. Eine Kitakritik von rechts endet allerdings fast immer damit, dass die Kita ein böser Ort sei, man seine Kinder niemals dort hin bringen sollte, da sie zur Mutter nach Hause gehören. Bei dieser Begründung werden meist so gennante „Totschlagargumente“ angeführt, wie zum Beispiel die unbedingte Nähe zur Mutter. Differenzierung und eine sachliche Betrachtung der Institution Kita findet so gut wie nicht statt.

Ist die Kita abzulehnen?

Verständlich wird die Ablehung der Kita, wenn der Ideologietransfer durch die Erzieher Dimensionen annimmt, die nicht nur einem gesunden Menschenbild entgegensteht, sondern sogar als Gefahr für das psychische Wohl des Kindes zu werten ist. Es ist jedoch ein Unterschied, wenn ein Kind für 4-5 Stunden, statt 8-9 Stunden eine Kita besucht. Es ist ebenso ein Unterschied, ob die Kita eine Ideologie verbreiten will, die mit den eigenen Vorstellungen, also mit den Vorstellungen der Eltern nicht zu vereinbaren ist. Eben so ist es ein Unterschied, ob das Kind 12 Monate alt oder eben 4-5 Jahre, wenn es die Kita besucht. Manche Kinder haben weniger Probleme mit einer Trennung zur Mutter für einige Stunden in jungen Jahren, wohin gegen selbst 5 jährige Kinder noch „Heulkrämpfe“ erleiden, wenn sich die Eltern für einen halben Tag verabschieden. Die Auswahl einer Kita und die Kriterien, ob das Kind dort bleiben kann, hängen also von der Kita selbst ab, vom Entwicklungsstand, von der Bereitschaft des Kindes  und von der zeitlichen Flexibilität der Eltern. Leistet dann die Kita ein Betreuungsangebot mit gut ausgebildeten Erziehern, das freiwillige Bildungsmöglichkeiten und soziale Erfahrungen ermöglicht, fern ab von einer ideologischen Mission, sollte der Besuch einer Kita kein Problem für das Kind darstellen. Die Kita ermöglicht also mehrere Optionen. Die Eltern haben etwas Zeit für sich, für eine Erwerbstätigkeit oder sogar für ein noch jüngeres Kind. Das Kind kann in der Kita mit Altersgenossen interagieren, was es, je nach Bekanntenkreis der Eltern, eventuell nicht könnte. Dazu kann die Kita eventuelle Entwicklungsprobleme, wie soziale Bindungen oder Sprachdefizite konsequenter und unkomplizierter lösen, als es eine Elternschaft lösen könnte, die weniger engangiert in solchen Dingen auftritt. Die Kita kann also einen sozial ausgleichenden Charakter besitzen. Wer mit einem Familienideal versucht die Kita zu diskreditieren, sollte wissen, dass er etwas vertritt, was es heutzutage immer weniger gibt und immer schwieriger umzusetzen ist. Das soll weniger eine pessimistische Sicht auf diese traurigen Tatsachen darstellen, sondern optimistisch eine korrigierende Maßnahme aufzeigen. Die Alternative zur Kita wären kinderreiche Familien, die soziale Treffen für ihre Kinder selbst organisieren, sowie ein Staat, der Lehrgänge anbietet, die ein Grundwissen der Erziehungstheorie und -praxis vermitteln. Außerdem braucht es eine finanzielle und diskursive Familienförderung.

Das Kind als „homo oeconomicus“

Doch will ich hier selbstverständlich keine Werbung für die bundesdeutschen Kitas im Allgemeinen machen. Ich wollte lediglich aufzeigen, dass ein Kitabesuch für Kinder nicht zwangsläufig schädlich ist, sondern sogar positive Aspekte mit sich bringen kann. Der Kitaalltag im Durchschnitt sieht leider anders aus. Eltern geben ihre Kinder für 8 Stunden in der Kita ab, ob aus Bequemlichkeit oder ökonomischen Gründen. Diese ökonomischen Gründe sind teilweise mit der finanziellen Existenz verbunden, teilweise mit einem reinen Gewinnstreben oder einem Arbeitsplatz konnotiert, der wenig Raum für die persönliche Kinderbetreuung lässt. Alleinerziehende Eltern, besonders von mehreren Kindern, sind noch stärker davon betroffen, da sie mehr Geld brauchen und ihnen weniger Zeit zur Verfügung steht. So oder so, das Kind wird gutgläubig in die meist staatliche Obhut übergeben. Die meisten Eltern tun dies wohl, damit es betreut wird, andere hingegen, weil sie sich eine frühkindliche Bildung der Kinder erhoffen. Hier muss sich wieder gefragt werden, ob 3-5 jährige Kinder tatsächlich schon einer Art Bildungsdruck ausgesetzt sein sollten und warum das gewünscht wird! Dahinter steht der Geist der Ökonomie, der bereits im Kindesalter eine Effektivität und Effizienz zu entwickeln versucht. Somit ist der Grund vieler Eltern ihre Kinder in die Kita zu bringen, eben ein ökonomischer, sowie die Lerninhalte in der Kita. Desweiteren werden bundesweit totalitäre Systeme in aller Welt kritisiert, wohingegen die Verbringung der eigenen Kinder in staatliche Obhut scheinbar kein Widerspruch darstellt. Letztlich gestehen sich die Eltern dadurch ein, unfähig zu sein, die eigenen Kinder angemessen groß zu ziehen. Einem Erzieher, womöglich selbst kinderlos, wird mehr Vertrauen in Bezug auf Erziehungsfähigkeiten gegeben, als den Eltern.

Der Geist der heutigen Sozialwissenschaft – Unsere Kinder in den Händen des Feindes

Kommen wir nun zu den wirklich guten Gründen, das eigene Kind nicht in die gemeine Kita abzuschieben. Seit dem die 68iger ihren Gang durch die Institutionen vollzogen haben, konnten sie sich in folgenden Bereichen besonders gut einnisten: Lehrämter für Sozialwissenschaften an Schulen und Universitäten; also an jenen Orten, an denen die neuen Erzieher und Sozialarbeiter ausgebildet wurden und werden. Wer lehrt, kann bekanntlich die Lehre bestimmen und somit alle nachfolgenden Generationen maßgeblich prägen. So schaffte es die linke Ideologie in die Klassenzimmer und Hörsäle und demnach auch in die Schulen, Kitas und sozialen Beratungsstellen. Kennzeichnend für die linke Ideologie ist das Paradigma der Egalität, also Gleichheit. Folgende Bereiche wurden besonders stark von diesem geprägt: Geschlecht, Herkunft und das Gesellschaftsmodell (hier: Demokratie). Oder im linken Neusprech „gendersensible Erziehung, interkultureller Kompetenzerwerb, sowie Förderung der partizipativen Entwicklung und des Demokratieverständnisses“. Der spezifischen Erklärung sei §1 Satz 1 und 2 des SGB VIII, sowie Artikel 6 des Grundgesetzes voran gestellt:

SGB VIII § 1 Recht auf Erziehung, Elternverantwortung, Jugendhilfe

(1) Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu seiner eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(GG A6 (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.)

Wie die Auslegung dieser Gesetze in der Realität stattfindet, kann man in staatlichen Kita-Konzepten einwandfrei nachlesen. Die Entfaltung und Erziehung der eigenen Persönlichkeit bedeutet dort nicht das „Wecken“ der angeborenen Eigenart und Fähigkeiten. Die Sozialwisschenschaften, sowie ihre Geistigen Väter der Frankfurter Schule (Adorno, Fromm, Synthese von Freud und Marx), gehen von der Beliebigkeit der genetischen Anlagen aus, wodurch die Formung des Individuums allein durch die wechselseitigen Beziehungen mit seiner Umwelt funktioniert. Um der angeblich existierenden „männlichen Hegemonie“ entgegenzutreten, die angeblich Weiblichkeit als „abweichendes Verhalten“ definiert, soll bereits im Kindesalter der Versuch unternommen werden, traditionelle Männlichkeit zu verdrängen. Durch die angebliche „Wandelbarkeit“ der Gene, sollen Kinder die Wahlfreiheit erhalten, wie sie, neben ihrem angeborenen Geschlecht, ihr soziales Geschlecht (Gender) aus leben möchten. Die Ideologie des Gender Mainstreaming leistet hier hervorragende Dienste und wurde bereits an anderer Stelle ausreichend erläutert.

Interkulturelle Kompetenz und Demokratisierung

 Der Erwerb interkultureller Kompetenzen bereits im Kindesalter soll dabei helfen, Hemmungen und Vorurteile gegenüber Migranten abzubauen und als „normal“ anzuerkennen. Nicht nur, dass Halalfleisch (geschächtetes Fleisch) und muslimische Feiertage schon an der Tagesordnung in Kitas sind, wird immer wieder explizit Interkulturalität thematisiert. Das ideologische Triumvirat wird durch den Partizipationsbegriff abgerundet. Dieser meint natürlich nichts Anderes als die Demokratisierung der Kinder. Diese sollen in möglichst vielen Fragen ein Mitspracherecht eingeräumt bekommen. Aus eigener praktischer Erfahrung kann ich berichten, dass den Kindern lediglich Vorschläge unterbreitet werden, aus denen sie dann den angenehmsten auswählen. Das geschieht meist unter weniger rationalen Gesichtspunkten, denn aus spontanen Entscheidungen. So wird sich für einen Vorschlag entschieden, weil der Freund/die Freundin ebenso dafür sind.

Besonders schön ist es zu sehen, dass sich die Mädchen auch meist für mädchentypische Angebote entscheiden und die Jungs umgekehrt genauso. Spätestens beim Essen, dem Lärmpegel oder ob die Kinder überhaupt in die Kita wollen, endet die Partizipation und die Kinder müssen sich den Autoritäten beugen. Anstatt den Kindern einzureden, sie hätten immer die Freiheit der Wahl, was sich letztlich als große Luftblase entpuppt, könnte man den Kindern, fernab von Ideologie vermitteln, dass eben nicht alles variabel, beliebig und friedlich ist. In den Kindern ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass sie nicht alleine sind, jemand für sie da ist, der sie behütet und beschützt, sie also Mut dafür bekommen, selbstsicher ihren Weg zu gehen – so wie sie sind.

Kindererziehung im wahren Sinne

Im Mittelpunkt unserer Weltanschauung steht das Volk. Wir wollen es erhalten und es positiv entwickelt sehen. Da die Familie die Keimzelle eines Volkes ist, findet hier der die Gemeinschaft bestärkende und erneuernde Prozess statt. Damit ist in erster Linie die quantitative (Nachwuchs/Kinder) und die qualitative (Erziehung/Bildung) Dimension dieses Prozesses gemeint. Thematisch ist der Fokus auf den qualitativen Teil gerichet, also auf die Erziehung und Bildung der Kinder unseres Volkes. Die Frage ist hier, wie dieser Vorgang am besten organisiert werden kann. Jede Zeit bringt auch seine Anforderungen mit sich, sowie jeweilige ideologische Einflüsse. Das Ziel der Erziehung ist der sich selbst bewusst gewordene Mensch, der eine eigenverantwortliche und gemeinschaftsfähige Persönlichkeit besitzt. Unsere Aufgabe ist es die Kinder im Sinne unserer Gemeinschaft zu erziehen. Als freie Menschen sollen sie im Alter dann nach einer gerechten Förderung durch das Fordern der Gemeinschaft ihren Fähigkeiten entsprechend ihren Platz einnehmen. Hier sollen sie ihre Persönlichkeit im Sinne eines Ganzen entfalten können.

 Autor: Leon, NBK Schleswig-Holstein

 

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