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Junge Nationaldemokraten auf Grenzwanderung

Zum vierten Mal in Folge zog es nationale Aktivisten am 3. Oktober an die ehemalige innerdeutsche Grenze zwischen West- und Mitteldeutschland.

Die geschichtsträchtige Wanderung wird regelmäßig auch von unseren JN-Aktivisten gepflegt, um uns all die Taten des DDR-Regimes an dem Todesstreifen in Erinnerung zu rufen. Insbesondere soll auch an unseren Kindern und jüngeren Mitstreitern und Freunden weitergegeben werden, wie es damals war.

Auch dieses Jahr ließen sich junge Nationaldemokraten es nicht nehmen, bei gutem Wetter einen Tag im Kreise geschichtsbewußter Volksgenossen an der freien Natur zu verbringen.

Es folgt ein ausführlicher Bericht des Veranstalters:

Der 3. Oktober nimmt jedes Jahr seinen täglichen Lauf, ein scheinbar normaler Tag wie jeder andere auch, doch geschichtlich ist dieser Tag ein ganz besonderer.
Er symbolisiert die Einigkeit des deutschen Volkes; die Wiedervereinigung von Mittel- und Westdeutschland. Deutschland, war ab dem Jahr 1990 zumindest teilweise vereint. Deutsche, die einst aufgehetzt wurden von ihren Befehlshabern, die auf den jeweiligen Seiten gegenüber der Grenze lagen, getrennt durch Selbstschußanlagen, Wachtürmen, Stacheldrahtzäunen, meterhohen Betonwänden mit eingearbeiteten Glasscherben auf der Spitze, mienenverseuchte Wälder und Wiesen, neben kläffenden Wachhunden und neben Grenzsteinen, lagen sich an diesem Tag wieder in den Armen und feierten ausgelassen. Niemand konnte diese scheinbar plötzliche Kapitulation des kommunistischen Staates richtig begreifen.
Es brodelte schon etliche Jahre hinter der Mauer auf Seiten der DDR, Großdemonstrationen, wie in Leipzig und Berlin, ließen der Bevölkerung der DDR immer mehr einen Hauch von Freiheit erfahren. Die Volkspolizei konnte und wollte die friedliche Bürgerbewegung nicht stoppen und ließen die Bürger in den Städten zu Tausenden demonstrieren.
Und auf einmal erklang es im November 1989 in allen Funk und Rundsendern in der DDR, der BRD und teilweise dem Rest der Welt. „Die Grenzen sind offen!“ Die Reise für tausende von Menschen begann, jeden zog es an die Grenze. Viele Westdeutsche staunten über den Anblick der ganzen Trabis, die nun über die Grenze in die BRD fuhren. Viele ließen gleich ihre gestaute Wut und den Zorn an der Mauer aus.
26 Jahre später ist nicht mehr viel von der ehemaligen Grenze zu sehen, nur noch ein paar Informationstafeln, Gedenksteine, Schilder oder der eine oder andere versteckte Grenzsteine lassen sich auf dem einstigen “Todesstreifen” finden.

Doch jeder Ausflug an die ehemalige Grenze ist auch eine Reise in die unberührte Natur, denn wo der Mensch all die Jahre keinen richtigen Zugang hatte, konnten sich Insekten und verschiedenste Blumenarten ausbreiten, für Wildtiere hingegen war der Todesstreifen genau so wie für den Menschen ein Streifen, den man lieber nicht betreten sollte.
Am 3. Oktober 2016 trafen sich nun schon im zum 4. Mal in Folge Nationalisten, um auf den Spuren der Geschichte zu wandeln. So zog es Mecklenburger, Schleswig Holsteiner, Niedersachsen und Hamburger am frühen Morgen in Richtung Lübeck, denn in diesem Gebiet fand in diesem Jahr Grenzwanderung statt. Im Lübecker Stadtteil Eichholz wurde der Schritt für die Wanderung aufgenommen. Nach ein paar Metern erreichte die 25-köpfige Gruppe den ersten Anhaltspunkt, einen Gedenkstein mit den Worten “Wir sind das Volk, Oktober 1990″. Dieser Gedenkstein wurde am 3. Oktober 1990 feierlich eingeweiht und erinnerte an die Innerdeutsche Grenze, welche Lübeck von Herrnburg trennte.

Kurz nach dem Verlassen der Stadt Lübeck befand sich die Gruppe auch schon in Mecklenburg und Vorpommern. Weit entlang durch Kieferwälder, über malerische Heidelandschaften, und mit festem Schritt auf den ehemaligen Panzerwegen der NVA ging die Wanderung.
Jedes Jahr eine andere Strecke mit anderen Gegebenheiten und vielen interessanten Infos.
Lübeck war zu der Zeit der Teilung ein wichtiger militärischer Stützpunkt, besonders weil in der Hansestadt Lübeck schon im 2. Weltkrieg viele Munitions- und Rüstungsbunker in den Wäldern errichtet wurden und Lübeck zudem noch über eine riesige Hafenanlage verfügt. Schon die kleinsten militärischen Bewegungen im Grenzgebiet und den Hafenanlagen von Lübeck wurde von der NVA und den Grenztuppen der DDR dokumentiert. Die militärische Spannung zwischen BRD und DDR war in Lübeck immer spürbar.
Heutzutage kann sich kaum einer diese Zeit vorstellen, der sie nicht hautnah erleben konnte. Gerade dieser generationsübergreifende Austausch unter Kameraden macht jede Grenzwanderung zu einem unbeschreiblichen Erlebnis.

So berichteten einige Teilnehmer am Rande der Wanderung, wie sie den Tag der Grenzöffnung erlebten. Ebenso interessant wie die Grenzöffnung, waren die Erzählungen jener, die in der DDR aufgewachsen sind. Schlagwörter wie Sozialismus und Gemeinschaft, wurde innerhalb der Ostbesatzungszone ganz anders formuliert und gelebt als in der kapitalistischen BRD. Gleichzeitig wurde im Westen mit dem Finger auf den Überwachungsstaat DDR gezeigt, obwohl es in den Fängen der „goldenen Ketten“ auf Westseite nicht viel anders aussah. Gespräche über Kapitalismus und Planwirtschaft, über die damaligen Gewohnheiten und des normalen Lebens wurden ausgetauscht.
Natürlich, ist der 3.Oktober ein Grund zur Freude und der Einigkeit, aber auch, wie wir es finden, ein Tag des Gedenkens und der Trauer, für alle Menschen, die durch Stasi und Mauermörder, durch Mienen und Selbstschußanlagen ihr Leben lassen mußten. Sie gingen auch bei dieser Wanderung an unserer Seite und so gedachten wir mit einer Minute im Schweigen und Andacht an ihr Opfer. Zur Verpflegung machte die Mannschaft dann in Lauen an einer kleinen Sitzmöglichkeit halt. Dort gab es Kaffee und Kuchen. Nach dieser Stärkung ging es zurück nach Lübeck. In Schlutup war dann die letzte Station des Tages. Dort nahmen wir an den Feierlichkeiten in der Grenzdokumentationsstätte teil. Zu dem Gesang eines Seemannschors besuchten wir das beeindruckend gut bestückte Museum.

Im kommenden Jahr wird die Grenzwanderung wieder in einer anderen Region Norddeutschlands stattfinden. Aus den Reihen der diesjährigen Teilnehmer hat sich bereits ein Freiwilliger dazu bereiterklärt den Grenzmarsch 2017 zu organisieren. Die Teilnehmer verabschiedeten sich voneinander und freuen sich schon auf ein Wiedersehen und einen erlebnisreichen Tag am 3. Oktober 2017.

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